Adeliger Besuch zur 110 Jahr-Feier der Türnitzer-Hütte

11. September 2005 – unsere Türnitzer Hütte ist genau 110 Jahre und 11 Tage alt. Ein Grund dies zu feiern. Und der ÖGV tat es auch. Nach wochenlangen Vorbereitungen, Gespräche, Diskussionen, Einladungen schreiben, Einkäufe tätigen und vieles mehr, stand dann der Termin zur Feier unmittelbar bevor. Samstag wurden die letzten Vorbereitungsarbeiten durchgeführt, die Kaffeebar, die „Gift“-Hütte und die Türnitzer Hütte selbst wurden mit Reisiggirlanden geschmückt, Tische und Bänke wurden aufgestellt, der Griller und das Zelt ebenfalls. Das Wetter war angenehm, doch als wir uns zum verdienten Essen saßen, begann es zu regnen. RegenbogenMit langen Gesichtern saßen wir bei Tisch. Doch dauerte der Regen Gott sei Dank nicht allzu lange. Danach folgte herrliches Wetter. Ein Regenbogen zeigte sich von seiner schönsten Seite. Mit den Gedanken im Kopf: „Hoffentlich verläuft die 110 Jahr-Feier ohne größere Probleme!“ schliefen wahrscheinlich die meisten ÖGVler ein.
Der erste Blick nach dem Erwachen galt natürlich dem Wetter. Doch der junge Tag versprach schön zu werden. Die Sonne kam schon vom Horizont herauf und das Tal lag im Nebelmeer. Ein wunderschöner Anblick und die weiteren Helfer des ÖGV kamen schon zur Hütte. Es herrschte Hüttenwirteemsiges Treiben. Jeder hatte seine Arbeit. In der Küche wurde in den Töpfen gerührt und die Speisen verkostet. Gläser und Getränke wurden zu ihren Plätzen gebracht. Für den Griller wurde alles bereitgestellt. Margit Pachler und ihre Helfer in der „Gift“-Hütte bereiteten flink die Brote mit Aufstrich und Speck und stellten die „Gifte“ (gemeint ist damit natürlich der Schnaps) griffbereit. Und was wäre ein Fest ohne Kaffeestand? Dort wurden die Mehlspeisen, von der Torte bis zum einfachen Kuchen, aufgeschnitten und appetitlich zum Verkauf hergerichtet.
Und nun kamen auch schon die ersten Gäste. Landes- und Gemeindepolitiker, Funktionäre der alpinen Vereine, Jäger und Bauernschaft, Nachbarn und „ganz gewöhnliche“ Wanderer. Das Schöne daran: am Berg waren sie alle gleich. Und plötzlich ging ein Raunen durch die Menschenmenge: „Da Koarl mit seinen drei Kindern kommt a den Berg herauf.“Karl Habsburg Und dann war er da, der KOARL – gemeint war damit Karl Habsburg. So hatten wir die Ehre, sogar einen Adeligen zu Gast auf der Türnitzer Hütte zu haben. Er war einer von uns, ohne besonderen Stolz oder sonstiger Allüren.
Für die Beförderung mancher Gäste halfen die Männer von der Bergrettung mit ihren neuen Allrad-Autos. Punkt 11.30 Uhr eröffnete die Blasmusik der Billensteiner-Buam das Fest. Darauf folgten Begrüssungs- und Festansprachen. Anschließend zelebrierte Pfarrer Josef Lang die Heilige Bergmesse. Die Lesung erfolgte durch Angela Braun. Die Fürbitten lasen vier Kinder (Julia Braun, Matthäus Braun, Johannes Bosch und Julia Schrittwieser) und eine Mutter (Angela Braun), welche mit dem Türnitzer Höger eng verbunden sind. BergmesseNach der Kommunion wurde eine passende Meditation gelesen. Auch Pfarrer Josef Lang hielt eine dem Anlass entsprechende würdige Predigt. Musikalisch wurde die Heilige Messe durch den Türnitzer Kirchenchor umrahmt. Als Abschluss spielten die Billensteiner-Buam das Lied „Gloria der Berge“. Ein würdiger Abschluss.
Nun aber kam es zum gemütlichen Teil. Die beiden Griller – Erni und Josef Schremser – hatten alle Hände zu tun, um den Ansturm auf die Koteletts zu bewältigen. Alle unterhielten sich vor und in der Hütte ausgezeichnet. Der Wettergott schickte uns Schönwetter, bis am späten Nachmittag ein kurzer Regen kam. Doch das machte den verbliebenen Gästen nichts aus. Sie suchten Schutz in der Gaststube, wo die Musik aufspielte und die Gäste dazu sogar tanzten. Billensteiner BuamUnd so manchem Gast schmeckte unser Wein aus Feuersbrunn so gut, dass er mit wackeligen Beinen den Berg hinuntergehen musste.
Spätabends, als es schon lange dunkel war, verließen die letzten Gäste – natürlich die „Einheimischen“ – gut gelaunt unseren Türnitzer Höger. So möchte ich allen Helfern für ihre Bereitschaft bei dieser 110 Jahr-Feier mitzuarbeiten ein herzliches Dankeschön sagen.

Hannelore Habersberger